Was wird unter dem Begriff Psychomotorik verstanden?

Mit einem Verständnis vom Menschen als bio-psycho-soziale Einheit betont der Begriff Psychomotorik den engen Zusammenhang von Wahrnehmen, Erleben, Erfahren und Handeln.

1996 kam es zur Gründung des Europäischen Forums für Psychomotorik – EFP, welches in Übereinstimmung aller Gründungsmitglieder sich auf folgende Definition des Begriffs Psychomotorik einigte: „Aufgrund eines holistischen Menschenbildes, das von einer Einheit von Körper, Seele und Geist ausgeht, beschreibt der Begriff Psychomotorik die Wechselwirkung von Kognition, Emotion und Bewegung und deren Bedeutung für die Handlungskompetenz des Individuums im psychosozialen Kontext.“
Anwendungsgebiete der Psychomotorik sind die Motopädagogik und die Motogeragogik.

Was wird unter dem Begriff Motopädagogik verstanden?

Der Begriff Motopädagogik definiert sich in seiner ursprünglichen Bedeutung als „ganzheitlich orientiertes Konzept der Erziehung durch Wahrnehmung, Erleben und Bewegung“. Es wird eine Persönlichkeitsbildung über motorische Lernprozesse angestrebt.

Motopädagogik ist ein Anwendungsgebiet der Psychomotorik im pädagogischen Arbeitsfeld. Motopädagogik wurde als ein Konzept für psychomotorische Erziehung verstanden. Heute definieren wir Motopädagogik als psychomotorische Entwicklungsbegleitung, d.h. als ein pädagogisches Konzept, das sich dem Medium Bewegung zur Realisierung seiner Ziele bedient.

Der Wortteil „moto“ kommt vom Lateinischen movere = bewegen
Der Wortteil „päd“ kommt vom Griechischen pais = das Kind, paedia = die Kinder
Der Wortteil „agogik“ kommt vom Griechischen agein = führen

Was wird unter dem Begriff Motogeragogik verstanden?

Die Motogeragogik ist ein Anwendungsgebiet der Psychomotorik. Sie basiert auf den Grundlagen der Motopädagogik, also auf dem Konzept der ganzheitlichen Erziehung und Persönlichkeitsbildung durch Bewegung.

Der Begriff Motogeragogik stammt von der Sportpädagogin Marianne Eisenburger und entstand bei der Anpassung des Konzeptes der Motopädagogik an die Bedürfnisse älterer und alter Menschen.
Ziel der Motogeragogik ist die Förderung einer stabilen und harmonischen Entwicklung der Persönlichkeit im Alter.

Der Wortteil „moto“ kommt vom Lateinischen movere = bewegen
Der Wortteil „ger“ kommt vom Griechischen geron = der Greis, der Alte
Der Wortteil „agogik“ kommt vom Griechischen agein = führen

Was ist der Unterschied zwischen Motopädagogik und Sportpädagogik?

Ziel der Sportpädagogik ist es, Menschen Bewegungsfertigkeiten beizubringen.
Bewegungsabläufe werden gelernt (z.B. mit Hilfe methodischer Übungsreihen), geübt und perfektioniert.
Bei der Sportpädagogik handelt es sich um ein Konzept der „Erziehung zur Bewegung“.

Ziel der Motopädagogik ist eine grundsätzliche Verbesserung der Handlungsfähigkeit des Menschen.
Diese entwickelt sich aus einer Fülle von Erfahrungen mit dem eigenen Körper in Ruhe und Bewegung, durch einen spielerischen Umgang mit der Umwelt und durch die Auseinandersetzung mit anderen Menschen.
Bei der Motopädagogik handelt es sich um ein Konzept der „Entwicklungsbegleitung durch Bewegung“.

Warum ist ein Kamel das akmö-Maskottchen?

Das Kamel als akmö-„Vereinstier“ wurde vom Sohn der Gründungs-Obfrau Vera Stehno entdeckt. Er stellte fest, dass die Abkürzung „akmö“, auf wienerisch „a kamöö“, eben „ein Kamel“ bedeutet.

Erstaunlicherweise wurde der akmö-Aktionskreis für Motopädagogik Österreich trotz des allgegenwärtigen Kamels bisher noch nie für einen Tierschutzverein gehalten.

Das sehr sympathische Tier hat auch Eigenschaften, die der akmö für seine Tätigkeit, die Vertretung bewegter Anliegen in einer bewegungsarmen Zeit, gut brauchen kann, nämlich Ausdauer und Gelassenheit.

Was passiert in einer motopädagogischen Einheit?

Die Auswahl der Angebote in einer motopädagogischen Einheit orientiert sich immer am Entwicklungsstand und an den Bedürfnissen der teilnehmenden Kinder, Jugendlichen oder Erwachsenen.

Am Beginn jeder motopädagogischen Einheit stehen Lauf- und Fangspiele, um dem ersten Bewegungsdrang Raum zu geben und in der Gruppe miteinander warm zu werden.

Durch den Einsatz von Großgeräten im Turnsaal entstehen Gelegenheiten zum Klettern, Rutschen, Springen, Schaukeln usw., welche die allgemeinen motorischen Fähigkeiten verbessern und eine selbstsicheren Umgang mit dem eigenen Körper ermöglichen.

Mit Kleingeräten (Bälle, Seile, Tücher, Stäbe, …) werden Erfahrungen über die dingliche Umwelt und deren Handhabung und Gestaltung ermöglicht. Denn nur über das eigene Tun werden Lernerfahrungen möglich.

Durch verschieden Gruppenspiele und Gruppenaufgaben, welche Erfahrungen mit sozialen Themen des Miteinander, Füreinander und Gegeneinander ermöglichen, werden wichtige Sozialerfahrungen initiiert.

Gegen Ende der Einheit wird eine kurze Entspannungssequenz angeboten, gefolgt von einer Reflexionsrunde, in der die Erfahrungen und Erlebnisse der Stunde in der Gruppe nachbesprochen werden.

Wie viel kostet die Teilnahme an einer motopädagogischen Gruppe?

Motopädagogische Gruppen werden als Kleingruppen mit 7 bis 12 TeilnehmerInnen geführt. Sie laufen jeweils über ein Semester, wobei einmal pro Woche eine Einheit von 90 min. stattfindet. Der jeweilige Kurs wird von einer MotopädagogIn geleitet, die eine Weiterbildung oder eine Ausbildung im Bereich Motopädagogik mit einem Bildungszertifikat abgeschlossen hat.

Eine 90 min. Einheit wird pro TeilnehmerIn mit € 12,- berechnet. Je nach dem, ob der Semesterkurs 10, 11 oder 12 Einheiten hat, kostet die Teilnahme an einer motopädaogischen Gruppe € 120,- bzw. € 132,- bzw. € 144,- pro Semester.

Für Geschwisterkinder, die in einem Semester eine motopädagogische Gruppe besuchen, es muss nicht dieselbe Gruppe sein, gibt es Rabatt.

In manchen Gemeinden sind die Turnsaalmieten sehr hoch und liegen außerhalb des akmö-Kalkulationsrahmens. An diesen Kursstandorten muss der akmö einen Turnsaalzuschlag je nach Höhe der Turnsaalmiete von € 1,- bis € 2,- je Einheit einheben. Ob an dem Kursstandort in Ihrer Nähe ein Turnsaalzuschlag verrechnet wird, erfahren Sie im akmö-Büro, bzw. bei der jeweiligen MotopädagogIn.

Was passiert in einer motogeragogischen Einheit?

Die Auswahl der Angebote in einer motogeragogischen Einheit orientiert sich immer am Entwicklungsstand und an den Bedürfnissen der teilnehmenden älteren oder alten Menschen.

Am Beginn jeder motogeragogischen Einheit stehen oft Bewegungsspiele mit Musik, um den Körper und den Kreislauf in Schwung zu bringen und in der Gruppe miteinander warm zu werden.

Je nach Thema der Stunde bieten wir vielfältige Inhalte an: von Bewegungsspielen mit und ohne Material, über Elemente des Seniorensports bis zu Formen des darstellenden Spiels, von Gymnastik über Tänze bis hin zu Entspannung werden Situationen initiiert, um freudebringende Bewegung zu ermöglichen und dadurch Kompetenzen zu erhalten.

Gegen Ende der Einheit wird eine kurze Entspannungssequenz angeboten, gefolgt von einer Reflexionsrunde, in der die Erfahrungen und Erlebnisse der Stunde in der Gruppe nachbesprochen werden.

Wie viel kostet die Teilnahme an einem motogeragogischen Angebot?

Motogeragogische Angebote sind in vielfältiger Form organisiert. Sie werden nach Möglichkeit in Kleingruppen von 7 bis 12 TeilnehmerInnen geführt. Eine Einheit kann 60 min. oder 90 min. dauern und wird regelmäßig, einwöchentlich oder zweiwöchentlich, in einem bestimmten Zeitraum angeboten. Der jeweilige Kurs wird von einer MotogeragogIn geleitet, die eine Weiterbildung im Bereich Motogeragogik mit einem Bildungszertifikat abgeschlossen hat.

Eine 60 min. / 90 min. Einheit wird pro TeilnehmerIn mit mind. € 9,- / € 12,- berechnet. Der Kursbeitrag hängt vom vereinbarten Kurszeitraum und von der Häufigkeit der Kurstermine ab.

Gibt es eine Möglichkeit der Abgeltung durch die Krankenkassen?

Nein, denn Motopädagogik bzw. Motogeragogik sind kein Therapieangebot.

Motopädagogik bietet Entwicklungsbegleitung und Entwicklungsförderung.

Motogeragogik hat die Förderung einer stabilen und harmonischen Entwicklung der Persönlichkeit im Alter zum Ziel.

Wie finde ich die Bewegungsgruppe für mein Kind?

Motopädagogische Gruppen für Kinder werden in ganz Österreich, semesterweise, meistens in Turnsälen von Schulen oder Bewegungsräumen von Kindergärten angeboten.

Für Kurse im Wintersemester fragt man am besten Ende August/Anfang September nach, für die im Sommersemester im Dezember davor.

Wenn freie Gruppenplätze vorhanden sind, ist es bei dringendem Bedarf grundsätzlich auch möglich, in einen Kurs auch während des Semesters einzusteigen.

Wo an welchen Terminen und für welches Alter gibt es eine akmö-Gruppe?

Wie finde ich eine passende Bewegungsgruppe für mich?

Motopädagogische Angebote für Jugendliche, Erwachsene oder Eltern-Kind-Gruppen sowie flächendeckende motogeragogische Angebote für ältere und alte Menschen werden nach und nach ausgebaut.

Für bereits bestehende Jugend-/ Erwachsenengruppen oder Familienrunden kann der akmö ein „maßgeschneidertes“ Bewegungsangebot zusammenstellen.